Wolfsburgs Wandbilder erzählen Geschichten
Begleite mich auf eine Kunsttour durch Wolfsburgs neuste Wandbilder – von bekannten Hotspots bis zu versteckten Ecken, die selbst eingefleischte Wolfsburgerinnen und Wolfsburger überraschen werden.
Erster Stopp: „Welcome to Wolfsburg“
Direkt am Hauptbahnhof heißt dich Wolfsburg mit Farbe willkommen: Das Wandbild von Alee Mojahedi und VfL-Fußballerin Joelle Wedemeyer strahlt an der Fassade des Wolfsburg Stores. Zwischen Wölfen, VW-Werk und einem „Willkommen“ in vielen Sprachen zeigt es, wofür Wolfsburg steht – offen, bunt und modern.
Künstler Alee Mojahedi, bekannt für seine detailreichen Illustrationen, Graffiti und zeitgenössische Streetart, hat hier einen echten Blickfang geschaffen. Mit Wedemeyers sportlicher Unterstützung wird das Ganze zur kreativen Teamleistung, die sofort gute Laune macht.
Ein besonderes Detail macht das Werk einzigartig: Mojahedi hat einen Teil des VW-Werks auf die Wand gemalt, der Rest spiegelt sich in den Glasfronten darüber wider. Das Gemälde und die echte Kulisse verschmelzen zu einem Gesamtbild, das Wolfsburgs Identität perfekt einfängt – Stadt, Werk und Kunst in einem Blick.
Also: kurz stoppen, Selfie machen und sich willkommen fühlen!
Zweiter Stopp: „80 Jahre VfL“ – Helden an der Ecke
Mitten in der City, an der Kreuzung Heinrich-Heine-Straße / Ecke Schillerstraße, erwacht eine Wand zum Leben, die die Geschichte des VfL Wolfsburg feiert. Das Wandbild „80 Jahre VfL“ zeigt allerlei Vereinsgrößen – ein Gemeinschaftsprojekt der Fanszene, unterstützt von Stadt und Verein.
Hier sind sie also versammelt: Legenden, aktuelle Stars und diejenigen, die Geschichte geschrieben haben – nicht in Vitrinen, sondern an einer Wand, die man einfach sehen muss, wenn man durch die Innenstadt schlendert. Kein einzelner Künstler, sondern viele Hände, die zusammen etwas Großes schaffen. Also: Stopp! Blick hoch, staunen. Wen erkennst du zuerst? Ein bisschen Stolz gehört dazu – egal ob Fan oder nur Spaziergänger.
Dritter Stopp: Farbenfeuer in der Porschestraße
Wer an der Porschestraße 33 vorbei spaziert, kann sie kaum übersehen: die ehemals graue, mit Graffiti übersäte Fassade leuchtet jetzt in Lila, Apricot und Grau. Der Wolfsburger Künstler Sebastian Roese hat hier ein abstraktes Wandbild geschaffen, das Bewegung und Emotion zugleich ausdrückt.
Roese, bekannt für seine abstrakte Malerei und präzise Kompositionen, verwandelt mit Farben und Formen alltägliche Fassaden in kleine Kunstwerke. In seiner Kunst beschäftigt er sich mit Transformation und Emotionen. Sein Werk steht für diesen Wandel – nicht nur künstlerisch, sondern auch städtebaulich. Was früher ein unansehnlicher Fleck war, ist jetzt ein Lieblingsplatz geworden.
Also: einmal kurz anhalten, durchatmen und in den Farbwirbel eintauchen.
Vierter Stopp: „Waste“ – Streetart mit Herz und Hirn
In der Porschestraße trifft Streetart auf Philosophie: Der Wolfsburger Künstler KAYMAN hat hier mit seinem Werk „Waste“ ein echtes Statement an die Wand gebracht. Statt Konsumkritik gibt’s diesmal eine andere Botschaft und zwar „Waste Time. Waste Love. Waste Happiness. Waste Vasopressin.“– also: Verschwende, aber bitte das Richtige!
KAYMAN, geboren in Norddeutschland und bekannt für seine filigranen Stencil-Graffitis, arbeitet sonst vor allem auf Holz. Seine Mission: Streetart ins Wohnzimmer bringen.
Stencil bedeutet Schablonenkunst. Dabei werden Motive aus Pappe oder Folie ausgeschnitten und mit Sprühfarbe präzise aufgetragen. So entstehen klare Konturen und feinste Details, die an Druckgrafik erinnern und oft eine starke, plakative Wirkung haben. Mit „Waste“ zeigt er, dass urbane Kunst auch Emotion kann: frech, nachdenklich und einfach cool.
Wer vorbeigeht, bleibt hängen – an Farbe, Wortwitz und der Erkenntnis, dass „Verschwendung“ manchmal das Schönste sein kann.
Fünfter Stopp: „Werk – Stadt – Verein“ – Drei Worte, eine Identität
Ein Stück Wolfsburger DNA in Farbe gefasst: Das Wandbild mit dem Schriftzug „Werk – Stadt – Verein“ bringt auf den Punkt, was Wolfsburg ausmacht: die enge Verbindung zwischen Volkswagen, der Stadt und dem VfL Wolfsburg.
Zum 80-jährigen Jubiläum des VfL entstand dieses Werk als sichtbares Zeichen des Stolzes und der Verbundenheit. Es feiert die gemeinsame Geschichte von Stadt, Werk und Verein – drei Säulen, die Wolfsburg geprägt und stark gemacht haben.
In kräftigem Grün und Weiß zeigt das Wandbild die Silhouetten zentraler Wahrzeichen – vom Schloss bis zu den Werkstürmen – und erinnert daran, dass Fußball hier mehr ist als ein Spiel: Er ist Teil einer Gemeinschaft, die zusammenhält.
In der Kampagne „Wolfsburg, wie wir es lieben“ wird dieses Zusammenspiel als „Erfolgsdreieck Stadt, Werk und Verein“ bezeichnet – Sinnbild für Zusammenhalt und Lebensqualität.
Dieses Wandbild ist also nicht nur Kunst, sondern ein klares Statement: Wolfsburg ist mehr als eine Stadt. Es ist ein Wir.
Sechster Stopp: „New City“ – Wolfsburg im Wandel
Noch einmal begegnen wir dem Wolfsburger Künstler KAYMAN. Doch diesmal zeigt er eine andere Seite seiner Kunst. Vielleicht sieht man nicht auf den ersten Blick, das beide Werke von dem selben Künstler stammen. Doch beim genaueren Betrachten lassen sich deutliche Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel der selbe Stil feststellen.
In seinem typischen Stencil-Stil, also mit detailreichen Schablonen und Sprühfarbe, gestaltet, zeigt das Werk Wolfsburgs Wahrzeichen im Kontrast aus Schwarz, Grün, Grau und Weiß. Zwischen Gebäuden, Strommasten und einem Wolf hängt ein Schimpanse an einer Ampel – das Licht steht auf Grün. Ein stilles Signal für Bewegung, Wandel und Aufbruch. Über der Stadt schwebt ein Adler und Lianen. Hier treffen Natur und Stadt aufeinander.
Während „Waste“ auffordert, Emotionen verschwenderisch zu leben, wirkt „New City“ nachdenklicher, fast wie ein Moment des Innehaltens inmitten der Veränderung. Beide Werke zeigen: KAYMAN kann laut und leise, kritisch und poetisch, immer mit klarer Botschaft.
Siebter Stopp: Wolfsstärke in der Zollhausstraße
Zum Abschluss unserer Tour wartet ein echtes Highlight: Gleich zwei kraftvolle Wandbilder von Alee Mojahedi verwandeln die Zollhausstraße in eine Bühne für Wolfsburgs urbane Identität.
Auf der einen Seite strahlt in leuchtendem Blau, Pink und Weiß der große Schriftzug „Wolfsburg“, begleitet von ikonischen VW Bussen und einem möglichen zukünftigen VW Bus-Modell – ein farbenfrohes Bekenntnis zur Stadt der Mobilität. Direkt daneben blickt uns ein Wolf mit stechend blauen Augen entgegen – stark, wachsam und voller Energie. Vor dem Wolf ragen stilisierte Türme empor. Sie erinnern an die Stadt, das Werk und den Verein und stehen sinnbildlich für das, was Wolfsburg prägt: Gemeinschaft, Stärke und Zusammenhalt.
Mojahedi, der schon das Willkommens-Wandbild am Hauptbahnhof gestaltet hat, spielt hier erneut mit Symbolik und Dynamik. Der Wolf steht für Wolfsburgs Herz und Zusammenhalt, das Auto für Fortschritt und Innovation – beides vereint in einem markanten Doppelkunstwerk, das man kaum übersehen kann.
Ein würdiger Schlusspunkt unserer Streetart-Tour – laut, mutig und unverwechselbar Wolfsburg.
Nach sechs Stopps voller Farbe, Ideen und Geschichten bleibt eins klar: Wer durch Wolfsburg spaziert, entdeckt schnell, Kunst hängt hier nicht nur in Galerien. Sie lebt an Hausfassaden, begrüßt Reisende, feiert Fußballgeschichte und verwandelt graue Mauern in bunte Statements. Die Wandbilder zeigen, wie kreativ, vielfältig und selbstbewusst diese Stadt ist.
Ob abstrakt, emotional oder symbolisch – jedes Werk ist ein Stück Wolfsburg, eingefangen in Farbe und Form. Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis dieser Tour: Kunst ist hier kein Luxus, sondern Teil des Alltags – offen für alle, mitten in der Stadt, mitten im Leben.
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