Sommerfrische im Stadtwald

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Schon der Stadtwald ist an heißen Sommertagen eine Wohltat. Unter den hohen Baumkronen wird die Luft spürbar kühler, die Sonne dringt nur gefiltert durch das Blätterdach und der feine Kiesweg lädt zu einem entspannten Spaziergang ein. Doch wer dem Weg ein Stück folgt, entdeckt auf der rechten Seite ein hölzernes Tor. Liebevoll gestaltet, mit einem kleinen Herz im Holz, markiert es den Eingang zum Arboretum. Wer durch das Tor tritt, lässt den Stadtwald nicht hinter sich. Vielmehr betritt er einen besonderen Teil davon. Fast wie ein Wald im Wald öffnet sich das Arboretum mit seiner eigenen Atmosphäre, seinen besonderen Baumarten und kleinen Geschichten am Wegesrand. Nicht, weil der Wald davor weniger schön wäre – im Gegenteil. Doch hier scheint die Natur noch einmal ihre ganz eigene Bühne zu bekommen.

Das Arboretum im Wolfsburger Stadtwald

Das Arboretum ist weit mehr als ein gewöhnlicher Waldweg. Es wurde in den 1990er Jahren angelegt und später im Jahr 2013 umfassend neugestaltet. Auf einer überschaubaren Fläche im Stadtwald wachsen viele verschiedene Baumarten. Neben bekannten heimischen Arten wie Rotbuche, Linde oder Kiefer begegnet man auch echten Exoten: Küstenmammutbaum, Libanonzeder oder Eibe verleihen dem Ort beinahe etwas Märchenhaftes. Gerade im Sommer entsteht daraus ein dichtes grünes Dach, das Schatten spendet und die Luft spürbar kühler macht.

Doch das Arboretum erzählt nicht nur vom Leben der Bäume, sondern auch vom Werden und Vergehen im Wald. Hier bleiben umgestürzte Äste und Stämme bewusst liegen und werden zum Lebensraum für Moose, Insekten und Pilze, erklärt mir Dirk Schäfer, Leiter Stadtforst Wolfsburg. So wird sichtbar, dass selbst abgestorbene Bäume neues Leben ermöglichen.

Überall entlang der Wege laden Schautafeln dazu ein, genauer hinzusehen. Sie erklären Baumarten, Waldzusammenhänge und die Besonderheiten des heimischen Ökosystems, verständlich, anschaulich und oft mit überraschenden Fakten. Wer möchte, kann hier sein Wissen über Bäume auffrischen oder einfach den eigenen Lieblingsbaum entdecken.

Bäume erzählen Geschichten

Im Arboretum wird daran erinnert, wie lange Bäume leben können. Ihre Jahresringe erzählen Geschichten aus Jahrhunderten: von Revolutionen, Kriegen und Generationenwechseln. Die ältesten Bäume im weiteren Stadtwald erreichen dabei durchaus ein Alter von weit über 200 Jahren.

Schautafeln vermitteln Wissenswertes
Informativ und verständlich geschrieben sind die Texte auf den Schautafeln. Wer sich Zeit nimmt und kurz innehält, der kann eine Menge über den Wald lernen: über seine Schönheit, Vielfalt und Eigenarten und auch die Märchen, Mythen und Sagen, die sich um ihn ranken. Auf einer der Tafeln findet man die vier hohen Schornsteine des Kraftwerks von Volkswagen wieder. Sie bilden den Maßstab für den höchsten Baum der Welt, der in den USA stolze 115 Meter misst. Im Arboretum ragen die stattlichsten Bäume etwa 40 Meter in die Höhe. Wie diese Hünen es schaffen, Tag für Tag zig Liter von ihren Wurzeln über den Stamm bis zur Baumkrone zu bewegen, grenzt an ein kleines Wunder. Das Arboretum gibt uns einen faszinierenden Eindruck davon, wie diese Lebenskünstler funktionieren und welche wichtigen Aufgaben die Bäume für die Stadt Wolfsburg erfüllen.

Fazit

Wer also im Sommer einen Ort zum Abkühlen sucht, findet ihn mitten im Wolfsburger Stadtwald, zwischen hohen Baumkronen, plätschernden Quellen und den stillen Säulen der Erde. Das Arboretum zu den Orten, an denen man für eine Weile den Alltag hinter sich lassen kann.