„Koralle“
Schon von weitem sticht sie ins Auge: eine leuchtend rote Struktur. Die Konstruktion draußen ist das sichtbare Herzstück der neuen Open Area. Dahinter steckt ein gemeinsames Projekt der Stadt Wolfsburg und des Kunstmuseums Wolfsburg, das vom Berliner Architektur- und Künstlerkollektiv raumlabor Berlin entwickelt und gestaltet wurde.
Die Koralle – mein persönliches Highlight
Hinter der ungewöhnlichen Architektur der „Koralle“ verbirgt sich mehr als nur ein neuer Hingucker auf dem Hollerplatz. Die „Koralle“ der Open Area versteht sich als frei zugänglicher Begegnungsraum und somit als Erweiterung des Museums nach draußen. Sie ist jederzeit für alle geöffnet.
Ursprünglich sollte die Konstruktion „Schwamm“ heißen. Irgendwann stellte das Team jedoch fest, dass die Konstruktion eher an eine Koralle erinnert – und so wurde sie kurzerhand umbenannt.
Die Umbenennung macht aber nicht nur äußerlich Sinn, sondern passt auch symbolisch: Wie echte Korallen, die aus unzähligen kleinen Polypen zu einem großen Ganzen zusammenwachsen und Lebensraum für viele verschiedene Arten bieten, wird die „Koralle“ vor dem Kunstmuseum ein Ort sein, an dem Menschen zusammenkommen.
Räume neu erfahren
Die Architektur soll nichts vorgeben. Sie schafft Möglichkeiten. Mal wird die Koralle zur Bühne, mal zum Treffpunkt, mal zum Ort für Workshops, Lesungen oder Diskussionen. Und manchmal ist sie vielleicht einfach ein Ort, an dem man sich auf einen Kaffee trifft oder spontan miteinander ins Gespräch kommt.
Besonders schön fand ich die Idee, dass ein Raum eigentlich nie fertig ist. Erst die Menschen, die ihn nutzen, geben ihm seine Bedeutung.
Bei der Planung konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen. Einer der Wünsche war eine Tanzfläche. Darum bietet die Koralle in ihrer Mitte eine entsprechende Fläche und eine Discokugel in der Deckenkonstruktion vervollständigt diesen Wunsch.
Doch nicht nur draußen hat sich etwas verändert. Auch im Inneren des Kunstmuseums wurden für die Open Area verschiedene Bereiche neu gestaltet. Ein Hingucker ist dabei die auffällige rote Gestaltung, die sich wie ein roter Faden durch die Räume zieht.
Der markante Tresen, die Sitzmöbel und die Bodenmatten sind nicht neu produziert worden. Sie sind aus Segmenten der Unterkonstruktion des Mondes aus der Ausstellung von Leandro Erlich entstanden. Anstatt die Materialien zu entsorgen, wurden sie kreativ weiterverwendet und in etwas völlig Neues verwandelt. Vorhandenes neu zu nutzen und weiterzudenken ist Francesco Apuzzo von raumlaborberlin besonders wichtig.
Ob Workshops, Filmabende, Lesungen, Diskussionen oder kreative Mitmachaktionen – vieles ist möglich. Dank flexibler Möbel und frei nutzbarer Bereiche kann sich die Open Area immer wieder verändern, je nachdem, wer sie gerade mit Leben füllt. Auch hier zeigt sich: Es geht weniger um fertige Angebote als um Möglichkeiten.
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