Der Delphin-Palast Wolfsburg

Kultur & Geschichte
Mitten in der Wolfsburger Innenstadt liegt ein Ort, der für viele Menschen weit mehr ist als nur ein Kino: der Delphin-Palast. Seit 1953 gehört er fest zur kulturellen Landschaft der Stadt und ist bis heute das älteste aktive Kino Wolfsburgs. Schon zu seiner Eröffnung galt das Haus als echtes Aushängeschild moderner Kinotechnik. Der große Saal bot damals Platz für rund 850 Zuschauer, besaß eine außergewöhnlich große CinemaScope-Leinwand und war für seine Zeit technisch hervorragend ausgestattet. Seine erste Vorstellung war sogar eine Weltpremiere – der Film „Fanfaren der Ehe“ feierte hier seine Uraufführung. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Delphin-Palast gemeinsam mit der wachsenden Stadt weiter. Umbauten veränderten das Gebäude und passten es an neue Nutzungsanforderungen an, bis schließlich in den 1990er-Jahren aus zwei Sälen drei Kinos entstanden: Delphin, Victoria und Herbie. Damit blieb das Haus auch in Zeiten moderner Multiplexe handlungsfähig.
Eine Zäsur gab es 2007, als der damalige Betreiber das Kino schloss und viele in Wolfsburg bereits das endgültige Ende fürchteten. Doch nur ein Jahr später öffnete der Delphin-Palast erneut, diesmal unter lokaler Leitung. Seitdem wird das Kino kontinuierlich modernisiert – technisch auf dem aktuellen Stand, atmosphärisch jedoch bewusst klassisch gehalten. Moderne digitale Projektion, Dolby-7.1-Sound und komfortable Sitze sorgen heute für Kinoerlebnis auf zeitgemäßem Niveau. Besonders der Saal „Victoria“ erhielt in den vergangenen Jahren ein umfassendes Upgrade mit neuer Technik und komfortabler VIP-Bestuhlung, bleibt dabei aber preislich auf gleicher Stufe mit den anderen Sälen. Trotz aller Weiterentwicklung hält der Delphin-Palast an einigen Traditionen fest: Vor den Vorstellungen läuft keine klassische Werbung, es gibt weiterhin freie Platzwahl und das Popcorn wird bis heute frisch vor Ort zubereitet – Details, die dem Haus einen beinahe familiären Charakter verleihen.

Die Namensfindung

Auch der Name des Kinos hat eine ganz eigene Geschichte. Ursprünglich trug der Bau während der Planung den Arbeitstitel „Minamar“. Kurz vor der Eröffnung wurde jedoch ein öffentlicher Namenswettbewerb ins Leben gerufen, an dem sich mehr als 200 Wolfsburgerinnen und Wolfsburger beteiligten. Der Vorschlag „Delphin“ setzte sich am Ende durch.

Ein modernes Mischkino
Heute versteht sich das Haus als modernes Mischkino mit Herz für Vielfalt. Im laufenden Programm finden sich aktuelle Blockbuster ebenso wie deutsche Produktionen und Arthouse-Filme. Familienfilme wechseln sich mit Biopics, Dramen, Komödien und internationalen Festivalhits ab. Einen festen Platz haben außerdem die bekannten Spezialformate, für die der Delphin-Palast über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt wird.
Hinzu kommen monatliche Klassiker-Vorführungen, bei denen Kult- und Filmgeschichte erneut auf der großen Leinwand erlebt werden können, sowie das wöchentliche Kunstfilmprogramm, das speziell dem anspruchsvolleren Publikum gewidmet ist. Einen besonderen Ruf hat sich zudem die „Delphinale“ erarbeitet – das wohl kleinste Filmfestival Deutschlands, das bewusst auf Nähe, Austausch und ungewöhnliche Filmauswahl setzt. Auch kulturelle Projekte jenseits klassischer Filmabende gehören zum Selbstverständnis des Hauses, etwa Sondervorstellungen in Kooperation mit migrantischen Communities oder lokale Premieren unabhängiger Filmproduktionen.

Dabei pflegt das familiengeführte Kino eine ausgesprochen enge Verbindung zum Publikum. Der Instagram-Auftritt des Delphin-Palasts wirkt nicht wie ein reiner Werbekanal, sondern wie ein digitales schwarzes Brett: Dort werden Premieren angekündigt, Einblicke hinter die Kulissen gegeben, kurzfristige Aktionen beworben oder einfach Kinomomente aus dem Alltag geteilt. Genau dieses Gefühl – nicht Kunde, sondern Teil einer Gemeinschaft zu sein – prägt viele Besuche im Delphin nachhaltig.

Der Delphin-Palast ist heute ein selten gewordener Ort, an dem über 70 Jahre Kinogeschichte spürbar bleiben, ohne museal zu wirken. Moderne Technik trifft hier auf bewusst gepflegte Tradition, großes Mainstream-Kino auf mutige Spezialprogramme und internationales Filmfestival-Flair auf lokales Stadtleben. Wer hier einen Film sieht, erlebt nicht nur die Geschichte auf der Leinwand, sondern auch ein Stück Wolfsburger Kulturgeschichte.

Mein Tipp

Für 150€ die Stunde könnt ihr auch den Bereich „Zocken im Kino“ buchen. Hier könnt ihr eure Konsole anschließen und auf der großen Leinwand und mit Dolby-Sound zu spielen.

Fazit

Wenn du das echte Kinoerlebnis suchst – ohne Werbeunterbrechung, mit besonderer Programmauswahl und spürbarer Nähe zu Stadt und Menschen – dann geh in den Delphin-Palast Wolfsburg. Jede verkaufte Karte hilft dabei, diesen besonderen Ort lebendig zu halten und sorgt ganz nebenbei für unvergessliche Filmabende. 🎬

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