Doping

Schauspiel
Der Markt regelt das schon.

Leben in der Leistungsgesellschaft, das bedeutet: höher, schneller, weiter – als andere. Das Sozialsystem ist dabei nur hinderlich und stört die maximale individuelle Freiheit, sprich: den Turbokapitalismus. Der Markt regelt das schon. So denkt auch Lütje Wesel, ein ehrgeiziger Lokalpolitiker für eine dem Neoliberalismus nahestehende Partei, der es sich auf der Hochzeits-Insel Sylt so richtig schön gemacht hat. Lütje weiß einfach: Politik ist ein Marathon, kein Sprint. Doch dann bricht Lütje am Vorabend seines Wahlkampfabschlusses zusammen – sein Körper will einfach nicht mehr, wie er soll. Sein Team bringt ihn auf schnellstem Weg in eine ominöse Privatklinik, die ihn binnen 24 Stunden kurieren soll, im Zweifelsfall mit Doping, klar. Doch wie geht es dem Befürworter eines schlanken Sozialstaats, wenn er selbst auf Unterstützung angewiesen ist?

Nora Abdel-Maksoud, vielfach preisgekrönt für ihre knallharten Komödien im Zeichen des gesellschaftspolitischen Wahnsinns, erlangte zuletzt Aufmerksamkeit mit den Stücken „Jeeps“ und „Rabatt“. Nun gelang ihr mit „Doping“ der Spagat zwischen schwarzer Komödie und ernsten Themen wie Krankheit und Körper im Kapitalismus.

Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne und Kostüme: Carolin Mittler
Musik: Johannes Mittl
Dramaturgie: Theresa Leopold

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