Picknick in Wolfsburg
Für Abenteuerlustige: Allerpark & Allersee
Wer es aktiver mag, kann das Picknick hier mühelos mit einer Runde schwimmen, planschen, Beachvolleyball oder einem Spaziergang am See verbinden. Sobald die Sonne scheint, verwandeln sich Liegewiesen und Sandstrand in ein Meer aus Decken, Handtüchern und Sonnenschirmen – und das Areal in einen riesigen Spielplatz für jedes Alter.
Zum prall gefüllten Picknickkorb gehört hier am besten auch eine Sporttasche. Nicht nur, um die Kalorien loszuwerden, sondern um für die Vielfalt am 29 Hektar großen Allersee gewappnet zu sein: schwimmen, planschen, tauchen, Sandburgen bauen – klar. Aber auch Beachvolleyball, Wakeboard, Klettergarten, Tischtennis, Discgolf oder Federball gehören zum Sommerprogramm. Für kleinere Kinder erstreckt sich südlich des Badelands ein großes Areal mit Spielgeräten.
Wer es ruhiger mag, findet rund um den Allersee dennoch entspannte Ecken: Spaziergänge entlang des Bürgerkämpegrabens, Holzstege ins Naturschutzgebiet mit Schilflandschaft und Bibern inklusive. Und auch die Picknickplätze sind so vielfältig wie das Angebot: im Sand oder im Gras, unter Sonnenschirm oder im Schatten der Bäume.
Am lebhaftesten geht es am Hauptstrand im Norden zu. Wer mehr Ruhe sucht, probiert den kleinen Strand nahe des Campingplatzes oder die östlichen Uferbereiche – früh allerdings sind diese oft den Anglern vorbehalten.
Und selbst die Romantiker kommen hier nicht zu kurz: Die Stege nahe der Wassersportvereine sind herrliche Picknickspots. Decke auf die Holzplanken, Füße ins Wasser, Blick über den See – und danach, ganz abenteuerlustig, einfach hineinspringen.
Für Verliebte: Schlosspark Wolfsburg
Die einen kommen, um Kunst zu gucken. Die anderen, um sich ihre Liebe zu beweisen: tauschen Ringe auf der Freitreppe, hängen Liebesschlösser ans Brückengeländer – und dann gibt es noch die mit dem Picknickkorb. Die, die wissen: Herzen lassen sich auch mit Prosecco, Tomate-Mozzarella und Hähnchen-Mango-Spießen erobern. Wenn das Umfeld stimmt.
Und das tut es in den Gartenanlagen rund um das Schloss Wolfsburg. Zwar dürfen die Rasenflächen im Schlosspark nicht betreten werden – doch die zahlreichen Bänke entlang der Wege und Sichtachsen machen das mehr als wett: Proviant auf den Schoß, Schlossblick inklusive, und genug Ruhe für lange Gespräche und kleine Genussmomente.
Derlei reizvolle Panoramen ziehen allerdings auch andere an: Maler stellen ihre Staffelei auf, Fotografen bauen Lampen und Schirme für Hochzeitsgesellschaften auf,
Sonnenhungrige lassen sich mit geschlossenen Augen auf den Bänken nieder. Wer es etwas intimer mag, spaziert einfach weiter – dorthin, wo der Baumbestand dichter wird, vorbei an Erdskulpturen aus der Zeit der Landesgartenschau oder hinunter zu den Allerauen, wo Weiden ihre Zweige ins dunkle, von Seerosen durchzogene Wasser tauchen.
Und nach dem Essen? Ist das Schloss perfekter Ausgangspunkt für Spaziergänge: durch den Barockgarten und das verwunschen wirkende Heckenlabyrinth oder entlang der Allerschleife Richtung Norden. Im Juni lässt sich ein Sonnenuntergangs-Picknick sogar mit einem Besuch der Internationalen Sommerbühne verbinden.
Und falls neben Schmetterlingen im Bauch noch Platz ist: rauf aufs Rad und nach Vorsfelde – drei echte italienische Eisdielen warten dort auf frisch Verliebte und solche, die es werden wollen.
Für stille Genießer: Nordsteimke & Stadtwald-Idylle
Hoch über Wolfsburg, 126 Metern über dem Meeresspiegel, am Rand von Nordsteimke, liegt ein Ort, an dem die Stadt beinahe verschwindet. Zwischen Wiesen, Feldern und den efeuberankten Trinkwasserhochbehältern breitet sich eine Ruhe aus, die man in dieser Form in einer Stadt kaum erwartet.
Hier, an den efeuberankten Trinkwasserhochbehältern in Nordsteimke, diesem Idyll so fern von allem Städtischen, wird die zweite Strophe der VfL-Hymne ein für alle Mal bestätigt:
„Wolfsburg ist ’ne grüne Stadt.“
Obwohl: Da ist mehr als Grün, viel mehr. Vor den beiden hölzernen Bänken mit kleinem, aber picknicktauglichem Tisch breitet sich das Allerurstromtal mit seiner Palette von Farben aus, wie sie eben nur die Natur – mit etwas Hilfe der ortsansässigen Landwirte – malen kann. Je nach Jahreszeit blüht sattgelb der Raps, leuchten die Kornblumen in schönstem Blau oder wogt goldfarbener Weizen. Und darüber der Himmel, so klar und weit, dass man meint, am Horizont die Möwen über der Kieler Bucht kreisen zu sehen.
Das Schönste an diesem Paradies: Man muss es nur selten mit jemandem teilen. Allenfalls Reiter hoch zu Pferd oder Kinder vom angrenzenden Windmühlenberg verirren sich hierher. Die Brunnenwanderer im Stadtwald genießen meist zwar den Blick hinauf, aber nicht hinunter vom Hügel mit der Zisterne.
Die hat übrigens Geschichte: Als sie 1943 erbaut wurde, war sie mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Litern der größte Wasserspeicher Europas. Inzwischen lagern hier sogar 45.000 Liter Trinkwasser aus dem Harz sowie aus den Wasserwerken Westerbeck und Rühen. In Sprudelflaschen-Dimensionen immer noch viel – aber längst nicht mehr rekordverdächtig.
Dafür hat das Areal am Ortsrand von Nordsteimke einen anderen Titel ganz sicher: den tiefenentspanntesten Picknickspot der Stadt. Wer hier den Korb auspackt, hört nur noch den Wind in den Halmen und das Zwitschern der Vögel. Ansonsten: Ruhe.
Mit Langeweile hat das allerdings nichts zu tun. Wen nach Sandwich, Marmorkuchen und Holunderblütensaft noch die Wanderlust packt, der macht einfach einen Abstecher in den Stadtwald – dorthin, wo der Hasselbach zu mäandrieren beginnt und sechs kleine Teiche abzweigt. Von hier führt der Weg direkt auf den Rundweg der Brunnenwanderung. Und im Sommer gibt es kaum etwas Erfrischenderes als das kalte Wasser aus der Tommyquelle.
Spätestens am Abend sollte man zurückkehren. Wenn die Sonne hinter dem Klieversberg verschwindet, der Himmel in leuchtendes Rot getaucht wird und sich der Funkturm schwarz und filigran davor abzeichnet, ist die Schönheit dieses Idylls vollkommen.
Ob still und grün, elegant mit Schlossblick oder lebendig am See: Picknick in Wolfsburg hat viele Gesichter. Und vielleicht ist genau das das Schönste daran, dass man mit einer Decke, ein paar Snacks und etwas Zeit plötzlich das Gefühl hat, woanders zu sein — mitten in der eigenen Stadt.
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