Mit dem Rad auf Storchentour in Wolfsburg

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Manche Ausflüge müssen nicht bis ins letzte Detail durchgeplant sein, sondern laden einfach nur zum Genießen ein. Also schwinge ich mich aufs Fahrrad und fahre los. Über Feldwege und an Baumreihen vorbei zu den Wolfsburger Ortsteilen, an denen es Storchennester gibt – in der Hoffnung, die eleganten Frühlingsboten anzutreffen. Zwischen März und Mai ist sicherlich die beste Jahreszeit dafür.
Im Vorfeld habe ich mir die „NABU-Storchenroute“ angesehen, die unter anderem durch Wolfsburg führt. Da die Route nicht ausgeschildert ist, lohnt es sich die Strecke vorher einmal anzusehen.
Storchenrundroute des NABU
Die NABU-Storchenroute ist als Rundtour angelegt und richtet sich an alle, die Störche nicht nur an einem einzelnen Nest, sondern entlang mehrerer Stationen erleben möchten. Sie verbindet Naturbeobachtung mit einer abwechslungsreichen Fahrradtour durch die Niederungen und Dörfer rund um Wolfsburg.

Wo die Störche sitzen

Der bekannteste Storchenort in Wolfsburg ist Warmenau. Auf einem Schornstein in der Krugfeldstraße / Ecke Hannoverschestraße befindet sich ein Nest, das die Stadt noch bis Ende 2025 per Storchencam begleitet hat. Auf der offiziellen Website der Stadt heißt es, dass dort seit 1991 weit über 80 Jungstörche das Licht der Welt erblickt haben. Warmenau ist somit der am besten belegte und bekannteste Storchenstandort der Stadt.

Auf der Storchenroute werden noch Wendschott mit einem Nest auf einem Mast am Teich, Velstove mit einem Nest auf einem Mast bei der alten Feuerwehr in der Straße „Am Storchennest“ sowie Vorsfelde genannt.  

Und ich habe Glück, gleich in Warmenau treffe ich das Storchenpaar in ihrem Nest an. Leider ist das Weibchen etwas scheu und mit der Brutpflege beschäftigt, denn sie möchte partout nicht mit aufs Foto.

Hoch oben im Horst

Mitten im Zentrum von Vorsfelde entdecke ich oben auf einem Schornstein einen Horst. Auf ihm thront ein Storch, der majestätisch über sein Reich zu blicken scheint.
Und ich stelle fest, dass es einfach glücklich macht, Störche zu beobachten. Diese eleganten Tiere mit ihrem weißen Gefieder, dem roten Schnabel und den langen Beinen, strahlen Ruhe und Anmut aus. Ihr charakteristisches Klappern ist wie ein Natur-Soundtrack, der gute Laune verbreitet, und ihre Treue zu Nest und Partner begeistert. Man steht da, schaut ihnen zu und genießt diesen kleinen Moment voller Leichtigkeit und Naturverbundenheit.

Nach diesem Höhepunkt in Vorsfelde nähere ich mich dem Abschluss meiner Tour und lenke das Rad noch in den Allerpark zum Allersee. Dort setze ich mich an den Strand, atme durch und lasse den Tag ausklingen – umgeben vom sanften Plätschern des Wassers.

Das unverkennbare Klappern

Von Warmenau fahre ich über Velstove weiter nach Wendschott.
In Wendschott angekommen, treffe ich leider heute keine Störche an. Das Nest ist gerade leer und die beiden wohl auf Nahrungssuche auf den umliegenden Wiesen. 

Der Weg führt mich weiter durchs Grüne und an Straßen entlang, als plötzlich ein lautes Klappern zu hören ist. Am Rande eines Sportplatzes, oben auf der Beleuchtung, sitzen zwei Störche. Zumindest einer der beiden ist lautstark am Klappern. Wenn das seine Begleiterin nicht beeindruckt, ich bin es! Die Lautstärke ist verblüffend. Da Störche keinen ausgeprägten Stimmapparat besitzen, erzeugen sie stattdessen durch schnelles Öffnen und Schließen des Schnabels, Klapperlaute, die durch den Kehlsack verstärkt werden. Ich habe das Gefühl, die beiden zu stören, daher schwinge ich mich wieder aufs Rad und fahre weiter Richtung Vorsfelde.

Mein Tipp

Wer mehr zur Route nachlesen möchte, findet das PDF hier:
NABU-Storchenroute Wolfsburg als PDF

Fazit

Genau solche Begegnungen machen die Storchentour besonders. Sie zeigen nicht nur die bekannten Nester, sondern auch, wie präsent die Tiere inzwischen wieder in Wolfsburg sind – ein klares Zeichen dafür, dass sich der Storchenbestand in der Region nach starkem Rückgang langsam erholt. Die Feuchtgebiete und Wiesen rund um die Stadt bieten ihnen wieder die passenden Lebensräume.

Am Ende bleibt vor allem der Eindruck, dass Wolfsburg für solche Touren wie gemacht ist. Eine Fahrradrunde durchs Grüne ist hier nicht nur Bewegung an der frischen Luft, sondern auch eine kleine Entdeckungsreise zwischen Stadt, Landschaft und Tierwelt.
Warum nicht die nächste Radtour gleich zur Storchentour machen? Einfach aufs Rad steigen, den bekannten Nestern folgen und unterwegs offen bleiben für die kleinen Überraschungen am Wegesrand.