Julian Charrière. Midnight Zone
Eintauchen in die „Midnight Zone“ (2024) – Licht als Wegweiser in die Tiefe
Im Zentrum der Schau steht das gleichnamige Werk „Midnight Zone“: ein 56-minütiger Video-Loop, der den Blick Stück für Stück in jene Tiefen des Pazifiks führt, in denen kein Tageslicht mehr existiert. Eine Fresnellinse wird langsam ins Meer abgelassen. Das Licht dringt unter die Oberfläche, trifft auf Fischschwärme, driftende Organismen und schließlich auf die absolute Dunkelheit der sogenannten Mitternachtszone.
Bei einer Fresnellinse handelt es sich um eine flache, leichte optische Linse, deren konzentrische Ringstruktur das Licht ähnlich stark bündelt wie eine deutlich dickere Linse.
Speziell für die Präsentation im Kunstmuseum Wolfsburg wurde ein begehbarer, oktogonaler Glaspavillon entwickelt, der das filmische Geschehen in den realen Raum übersetzt. In seinem Zentrum steht die Fresnellinse aus dem Video als skulpturales Objekt. Wie eine Laterne schwebt sie im Raum und sendet einen rotierenden Lichtstrahl aus, der sich durch die Ausstellung bewegt und sie rhythmisch durchzieht. Der Pavillon wird so zu einem immersiven Erfahrungsraum, in dem Bild, Architektur und Körperbezug ineinandergreifen und die Besucherinnen und Besucher selbst Teil dieser Lichtbewegung werden.
Man spürt förmlich, wie das Licht in der Tiefe zerstreut wird, während Klang und Bild eine Atmosphäre zwischen Erstaunen und konzentrierter Stille erzeugen. Die Installation ist nicht nur ein Fenster in ein unbekanntes Ökosystem, sondern eine poetische Reflexion über Wahrnehmung, Technologie und die Fragilität mariner Lebensräume.
„Albedo“ (2025) – Unter Wasser, unter Eis
Ein paar Schritte weiter führt „Albedo“ in die Welt des arktischen Ozeans. In dieser Filmarbeit taucht Charrière unter gewaltige Eislandschaften, die in Zeitlupe und surrealer Ruhe über den Bildschirm gleiten. Das Schmelzen von Eis wird hier nicht als Katastrophe inszeniert, sondern als materielle Choreografie, die uns unvermittelt mit einer Realität konfrontiert, die längst begonnen hat.
In der Dunkelheit des Raums beginnt der Raum zu atmen: Licht und Schatten auf bewegtem Wasser reflektieren sich auf der Haut der Betrachtenden und lassen Schmelzwasser, Eis und Meer zu einer einzigen, eindringlichen Erfahrung verschmelzen.
Frühere Arbeiten – „The Blue Fossil Entropic Stories III“ (2013)
Über den zentralen filmischen Achsen hängen frühere Arbeiten wie „The Blue Fossil Entropic Stories III“: Fotografien, die die Spuren von Wasser als Archiv der Zeit sichtbar machen. Hier treten die Spuren von Leben und Vergehen nebeneinander – eingefrorene Momente, die zugleich alte Geschichten und potenzielle Zukünfte ins Bild setzen.
Eintauchen, ohne nass zu werden
Die Inszenierung im Kunstmuseum Wolfsburg ist keine klassische Bilder-an-der-Wand-Ausstellung. Sie arbeitet mit Raum, Licht, Klang und Bewegung. Der Gang durch die Halle wird dadurch zu einer körperlich erfahrbaren Reise.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum Tinguely in Basel entstanden und wird in Wolfsburg in einer eigens entwickelten Szenografie präsentiert. In dieser räumlichen Konzeption verschmelzen Klang, Bild und Architektur zu einem dichten Erfahrungsraum, der die Bedeutung von Wasser, Ozeanen und der Artenvielfalt in ihren Tiefen multisensorisch erlebbar macht.
Weiteres zur Ausstellung findest du hier:www.kunstmuseum.de/en/exhibition/julian-charriere-midnight-zone/
Eintauchen, ohne nass zu werden
Die Inszenierung im Kunstmuseum Wolfsburg ist keine klassische Bilder-an-der-Wand-Ausstellung. Sie arbeitet mit Raum, Licht, Klang und Bewegung. Der Gang durch die Halle wird dadurch zu einer körperlich erfahrbaren Reise.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum Tinguely in Basel entstanden und wird in Wolfsburg in einer eigens entwickelten Szenografie präsentiert. In dieser räumlichen Konzeption verschmelzen Klang, Bild und Architektur zu einem dichten Erfahrungsraum, der die Bedeutung von Wasser, Ozeanen und der Artenvielfalt in ihren Tiefen multisensorisch erlebbar macht.
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