Der Wolfsburger Heckenlehrpfad

Natur erleben
„Hecke? Ernsthaft?“, fragt mein Sohn, als ich den Ausflug ankündige. Zugegeben, das klingt erstmal nicht nach großem Abenteuer. Im Vergleich zu Wald, See oder Blühwiese wirken Hecken eher unscheinbar. Aber genau das macht mich neugierig: Was steckt wirklich hinter dem, was wir oft nur für „ein paar Büsche“ halten?
Im Kerksiek, zwischen Fallersleben und Ehmen, ganz in der Nähe des Regenrückhaltebeckens, liegt der Wolfsburger Heckenlehrpfad. Dort wollen wir heute die Natur einmal von ihrer stillen Seite kennenlernen. Rucksack auf – und los geht’s.

29 Stationen – und überall was zu entdecken

Was uns gleich auffällt: Der Heckenlehrpfad ist gar nicht lang – genau richtig für kleine Entdecker. Der Rundweg dauert nur ein paar Minuten, aber unterwegs gibt es an vielen Stellen etwas zu sehen, zu lesen oder zu erkunden. Langeweile? Fehlanzeige.
Entlang des Pfads stoßen wir auf zahlreiche Informationstafeln – am Ende zählen wir 29 Stück. Vieles, was in einer Hecke passiert, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Die Tafeln helfen, genauer hinzusehen: Welche Tiere leben hier? Welche Pflanzen wachsen zwischen den Sträuchern? Und warum ist das alles wichtig für die Natur?
Fasan oder Krähe: Quiz mit Federn
Wir nehmen uns die Freiheit, nicht bei Tafel Nummer eins zu beginnen, sondern mittendrin – mit einem kleinen Quiz, bei dem Federn der Elster, des Fasans und der Rabenkrähe zugeordnet werden sollen.
So wie wir uns nun im Winter seltener draußen aufhalten, suchen auch viele Vögel die Hecken auf – als Schutz vor Kälte, Wind und Feinden. Von wegen „nutzloses Gestrüpp“. Genau so haben wir es gesagt – und lagen ziemlich daneben.

Hallo Heckenrose – schön, dich endlich zu sehen

Irgendwie hat es uns die Heckenrose angetan. Dabei merken wir schnell: Sie ist eigentlich weit verbreitet – wir haben sie nur nie wirklich wahrgenommen. Wahrscheinlich sind wir schon etliche Male achtlos an ihr vorbeigelaufen, ohne zu wissen, wie sie heißt.

Heute ist das anders. Wir nehmen uns Zeit, schauen genauer hin – und sind überrascht: Selbst jetzt, mitten im Dezember, hängen noch Hagebutten an ihren Zweigen. Leuchtend rot – und irgendwie total offensichtlich. Wir fragen uns, wie uns das so lange entgangen ist.

Die Hagebutte: hübsch, nahrhaft – und juckend
„Die sehen aus wie kleine Weihnachtskugeln!“ – Ja, stimmt. Die Hagebutte ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch nützlich – besonders in den kalten Monaten. Vögel picken sie direkt vom Strauch. Auch Hasen und andere Wildtiere nutzen sie als Futterquelle.

„Die juckt …“, ruft eines der Kinder und hält eine halb geöffnete Hagebutte hoch – mit einem schelmischen Blick, als hätte es gleich etwas vor. Ich muss lachen: Die feinen Härchen im Inneren galten früher als Geheimwaffe auf dem Schulhof – als Juckpulver. Also besser etwas Abstand – und weiter zur nächsten Station.

Hecke heißt: Immer was los – egal wann

Eine Hecke ist ständig im Wandel – das war uns vorher gar nicht so klar. Im Frühling wird hier alles grünen und blühen, im Sommer summt es zwischen den Blättern, und im Herbst reifen wieder Früchte. Egal zu welcher Jahreszeit: Eine Hecke hat immer etwas zu bieten.
Nicht nur die Heckenrose, sondern auch Weißdorn, Holunder, Mispel und Hasel – plötzlich nehmen wir viel mehr Sträucher bewusst wahr. Und ganz nebenbei stellen wir fest: Viele dieser Pflanzen tun auch uns Menschen gut. Stichwort: Naturapotheke.

Fazit

Fortsetzung folgt: Wir kommen wieder
Aber wir wollen nicht zu viel verraten. Nur so viel: Einfach mal hingehen – und sich vom Wolfsburger Heckenlehrpfad selbst überraschen lassen. Wir dachten erst, das wird nur ein kurzer Spaziergang. Am Ende haben wir richtig viel gelernt.
Wir nehmen uns jedenfalls vor, wiederzukommen. Irgendwann, wenn es wärmer ist. Mal sehen, was wir dann entdecken.