Sie ist voller Tatendrang: Die junge Schauspielerin Lola Blau hat ihr erstes Engagement. Die Sehnsucht nach den Brettern, die die Welt bedeuten, ist fast so groß wie die Sehnsucht nach Liebe. Doch es kommt anders: Lola Blau muss 1938 aus Wien fliehen – sie ist Jüdin. Von einem Bahnhof geht es zum nächsten, zuerst in die Schweiz und dann über den Ozean nach Amerika. Dort wird sie ein Star und findet den erhofften Ruhm. Doch die Sehnsucht nach der Heimat und ihrer Jugendliebe Leo bleibt stärker. So kehrt sie nach dem Zweiten Weltkrieg in ein fremdes und erschreckend vertrautes Europa zurück.
„Heute Abend: Lola Blau“ für eine Sängerin/Schauspielerin und Klavier ist das wohl erfolgreichste Stück Georg Kreislers (1922-2011) und gehört zum festen Repertoire größerer und kleinerer Theater. Dieses schrieb und komponierte Kreisler 1971 innerhalb nur weniger Wochen für seine damalige Lebensgefährtin Topsy Küppers, die es am Wiener Theater in der Josefstadt uraufführte. Kreisler zeigt die katastrophale Situation jüdischer Künstlerinnen und Künstler in der Zeit des Dritten Reichs auf, die er bei seiner Flucht 1938 am eigenen Körper erlebt hat. Sein Stück umfasst eine emotionale Spannweite von virtuoser Komödie bis zur berührenden Tragödie mit melancholisch-tiefgründiger Musik. In dem positiven, energiegeladenen Musical mit Songs wie „Im Theater ist was los“ und „Sex is a wonderful habit“ übt der Dichter, Kabarettist und Komponist Kreisler gleichzeitig Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen, die in Liedern wie „Alte Tränen“ und nicht zuletzt „Zu leise für mich“ hörbar wird.
Angesichts des Einflusses von Flucht, Krieg und persönlichem Verlust auf ihr privates Leben erfährt Lola ihre politische Bewusstwerdung – nicht ohne mit einem Gefühl tiefster Ohnmacht konfrontiert zu werden. Blickt man auf die derzeitige Weltlage, entwickeln Lolas persönliche Erfahrungen – verewigt in Georg Kreislers eindringlichen Songs – für uns plötzlich eine erschreckende Aktualität.
Mit: Agnes Decker
Am Klavier: Klaus Hügl
Musikalische Leitung: Klaus Hügl
Inszenierung: Axel Krauße
Zu allen Terminen bieten wir Ihnen eine Werkeinführung jeweils um 19:00 Uhr in der Cafeteria an!
Der 19. März 2026 muss leider entfallen. Alle Karteninhaber:innen werden informiert und bei Möglichkeit umgebucht.
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